Ich bin so müde.
Ich hätte nach draußen gehen sollen, in den Wald, frische Luft atmen.
Und trotzdem sitze ich in meinem warmen Zimmer, friere, habe Kopfschmerzen.
Der Berg der Vorbereitungen, die ich für Montag treffen muss werden weniger. Aber nur langsam. Und hart.
Ich denke nach, ich verwerfe den Gedanken wieder.
Warte, dass sich die anderen endlich melden. Die anderen, die mir helfen müssen.
Sie melden sich nicht.
Nicht jetzt.
Wann? Heute Abend?
Ich muss es jetzt fertig bekommen. Ich muss raus hier.
Die Zettel, die Bücher, die Bilder. Sie erdrücken mich.
Ich hatte Ideen, versuchte sie umzusetzen. Aber es ging nicht.
So viele Ideen.
Jetzt sind sie leer.
Und ich warte. Und ich habe Hunger.
Aber was soll ich essen?
Keine Schokolade, wegen den Symptomen.
Diabetes. Ich will mich nicht irgendwann spritzen müssen.
Was anderes?
Nein, nichts hier.
Und ich könnte schlafen. Aber nicht jetzt.
Ich muss es weiter versuchen, muss weiter nachdenken. Ich muss es fertig bekommen.
Gute Noten, die brauche ich.
Aber es ist meine eigene Schuld.
Warum habe ich mir extra noch Arbeit aufgeladen?
Warum bin ich nicht mit nach draußen gegangen?
Heute Nachmittag wird es regnen. Ich werde weiter eine Gefangene in meinem Zimmer sein.
Werde versuchen den Vortrag fertig zu machen.
Warum stelle ich den Spaß nicht vorne an? Nur einmal.
Aber dafür ist es zu Spät.
Sie verlassen sich auf mich.
Ich darf nicht versagen.
Niemand darf versagen.
Denn Versagen bedeutet Ärger. Ärger von den Eltern, von den Lehrern, von den Freunden.
Sie sehen nur, dass man versagt hat.
Nicht das Warum.
Sie denken, dass es an Faulheit liegt, an Dummheit.
Sie denken, dass man sich nicht genügend angestrengt hat.
Obwohl man es sehr wohl tut. Und alles irgendwann zu viel wird.
Viel zu viel.
Und solche Texte entstehen, die eigentlich gar nicht entstehen sollen.
Wie dieser.
Ihr denkt jetzt bestimmt, dass ich Mitleid von euch möchte.
Will ich nicht.
Ich will einfach die Wahrheit schreiben. Hier.
Das ist die Wahrheit.
In mir.
ehrlich gesagt "klingt" es auch gar nicht so, als würdest du Mitleid wollen.
AntwortenLöschenDas mit dem Versagen kenne ich. Und ich finde es schwierig Fragen von Lehrern richtig zu beantworten, da viele die Wahrheit nicht hören wollen.
Aber ich schreie sie trotzdem gerne raus..
~ Nira
Ich finde auch nicht, dass es klingt, als wolltest du Mitleid. Wenn du Mitleid wolltest, würdest du dir keine Gedanken darüber machen, dass du welches bekommen könntest, dann würdest du deinen ganzen Blog darauf auslegen, aber das tust du schließlich nicht. :)
AntwortenLöschenIch kenn das, wenn einem alles zu viel wird, aber man nicht versagen will. Weißt du, die meisten Menschen (zumindest die Lehrer und Eltern, bei den Schülern eher nicht) fragen nicht nach dem Warum, weil sie Angst davor haben, aber viele würden es trotzdem verstehen, wenn man es ihnen erklären würde. Zumindest habe ich dieses Jahr diese Erfahrung gemacht. Nur ist Reden oftmals sehr schwer, aber ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Glück und dass du hoffentlich bald nicht mehr so viel zu tun haben wirst. ♥
Danke für eure lieben Kommentare. =)
AntwortenLöschen@Nira
Das finde ich gut, dass du das tust. Ich hätte auch gerne den Mut dazu. =)
@Antiheldin
Ja, Reden ist wohl eine Lösung. Allerdings habe ich immer das Problem, dass ich mich nicht traue darüber zu reden.
Werde es aber tun, wenn es in der nächsten Zeit nicht besser wird. Aber ab Dienstag sollte es eigentlich wieder gehen. Danke =)
Alles Liebe
Luisa
toller post, gefällt mir total.
AntwortenLöschenSehr schön geschrieben.
AntwortenLöschenIch kenne das nur zu gut :)
Anneke ♥