Sonntag, 26. Mai 2013

Manchmal, da sind die Dinge, die wir nur aus dem Augenwinkel sehen, keine Illusion.
Manchmal verirren sich Vögel in Wohnungen und werden erst später gefunden.

Irgendwann am frühen Nachmittag, da habe ich etwas gesehen. Nur einen kleinen Schatten, der hinter den Kühlschrank geflogen ist. Ich wollte nachsehen.

Ich wurde abgelenkt.

Irgendwie habe ich jetzt Schuldgefühle. Da saß bis jetzt ein völlig verstörtes Vögelchen in unserer Küche, hat versucht aus dem geschlossenen Fenster zu kommen. Und als wir es entdeckten bekam es Panik, versuchte weg zu fliegen. Bis es an der Tür saß.

Mein Vater nahm es dann und ließ es frei.

Es war ein ganz junger Vogel, ein neugieriger junger Vogel. Ich frage mich, wie es gewesen sein mussfür ihn. Aus dem Fenster zu sehen, nach draußen zu kommen. Zurück zu den anderen Vögeln, zurück in die Freiheit.

Vögel sind für die Freiheit geboren, man darf sie nicht einfach einsperren, sie aus dem Fenster sehenlassen. So schön Vögel sind. Sie werden es nicht mehr sein, wenn sie in einem Käfig sind und selbst ein Raum ist für einen Vogel zu klein.

Obwohl sie noch kleiner sind als wir Menschen. Und darum geht es.
Auch Menschen sind zur Freiheit geboren. Selbst eine Stadt ist für einen Menschen zu klein, wenn er in ihr gefangen ist. Nur gibt es Menschen, die nicht verstehen, dass jeder Mensch zur Freiheit geboren wurden und sperren sie ein.
Auch wenn sie keine Verbrechen begangen haben.
Diese Menschen wollen einfach nur Kontrolle, sie haben kein Vertrauen.

Habe ich vertrauen?

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