Donnerstag, 23. Mai 2013

Thema verfehlt.
Wie ich das hasse.

Vor ein paar Wochen schrieb unsere Klasse die Vorprüfung in Deutsch. Lieblingsfach, Lieblingsprüfung. Und ich hatte Glück: Es kam etwas mit Schildern dran! Das liegt mir. Einen Glücksmoment sollte man schildern.
Eingegrenzt durch ein Zitat.
Dieses blöde Zitat.

Ich schrieb drauf los. So mache ich das immer. Ich schreibe und schreibe. Egal, ob es zum Thema passt oder nicht. Und dann kommt immer den Punkt, an dem ich einen Satz schreibe, der alles wieder zurück zum Thema bringt. Der alles passend macht. So war das schon immer.

Aber diesmal habe ich den Satz vergessen. Ich habe ihn mir schon vorher überlegt, aber während des Schreibens verschwand er immer weiter in die hinterste Ecke meiner Gedanken. Erst ein paar Minuten nach Abgabe ist er mir wieder eingefallen. Ein Satz, nicht mal 10 Wörter. Und alles hätte klappen können.

Aber es ist vorbei, eine 1 wird es nicht. Okay.
Ich finde mich damit ab. Und dennoch ist immer dieses Gefühl in mir, dass ich alle enttäuscht habe. Und das nur wegen der Einschränkungen.
Warum gibt es im Leben so viele Einschränkungen? Warum dürfen wir uns nicht kreativ ausleben? Es könnte doch so viel Besseres heraus kommen. Ohne diese Einschränkungen wäre es bestimmt eine 1 geworden. Das Thema verfehlt zu haben ist schrecklich. Innerlich versuche ich immernoch nach Argumenten zu suchen, dass das, was ich geschrieben habe, genau richtig war. Auch wenn ich weiß, dass dem nicht so ist. Ich versuche es trotzdem. Alle würden das tun.

Wir alle hassen es, wenn wir eingeschränkt werden. Wir alle hassen es, wenn wir dadurch das Thema verfehlen. Wir wissen, wann wir Fehler machen. Aber warum kämpfen wir noch dagegen an? Warum finden wir uns nicht damit ab, dass wir falsch lagen?
Vielleicht, weil wir wirklich nicht falsch lagen. Irgendwo gibt es immer ein Schlüsselloch, durch das man sehen kann. Und irgendwo gibt es den Schlüssel, womit man die Tür öffnen kann. Nur ist dieser so schwer zu finden. Aber ich denke, dass es unmöglich ist ein Thema zu verfehlen. Während des Schreibens hat man ja noch immer das Thema im Hinterkopf, man schreibt ja nichts ohne Grund.

Oder?
Ist das richtig so?

3 Kommentare:

  1. Ich denke auch, dass man das Thema dabei nicht wirklich "verfehlen" kann, schließlich hast du dir etwas dabei gedacht. Aber ich denke mal, dass du den Satz auf eine ziemlich eigenartige Weise interpretiert hast, sodass es dein Lehrer vielleicht so auffassen wird... Aber vielleicht kannst du ihm ja erklären in welchem Zusammenhang du den Satz da einbringen wolltest.

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  2. Es kommt auch immer etwas auf den Lehrer an, bzw. wie weit sein Horizont reicht.
    Ich habe in der Schule, wenn es um Aufsätze oder Interpretationen ging, auch immer meine Phantasie spielen lassen. Manche Leute können damit umgehen und sehen, was du sagen willst, oder eben nicht. "Thema verfehlt" ist in meinen Augen Quatsch, da jeder eine eigene Sicht der Dinge hat.
    Ich hatte Gott sei Dank immer ziemlich tolerante Lehrer, die zwischen den Zeilen gelesen haben und den Sinn verstanden haben. Ich denke, es liegt nicht zwingend an dir.

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  3. Meine Deutschlehrerin ist auch sehr tolerant. Sie ist sogar meine Lieblingslehrerin und eigentlich versteht sie meine Texte sehr gut. =)

    Es lag wahrscheinlich wirklich an mir, weil das Schlüsselloch sehr klein geworden ist und ich jetzt, die paar Wochen später nach dem Aufsatz, nocheinmal acht Seiten voll schreiben müsste, um alles zu erklären. Da würde der Satz, denke ich, nicht mehr reichen. Das ist jetzt alles ein bisschen kompliziert (und vielleicht wirkt es am Ende ziemlich weit hergeholt).
    An meiner Lehrerin lag es auf jedem Fall nicht, sie ist wirklich toll.

    Aber Danke für eure lieben Kommentare. Ich kann es ja mal versuchen alles aufzuklären - auch wenn es schwierig ist. =)

    Alles Liebe
    Luisa

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